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Dr. Ulrike Jaeger | Institut für Potenzialmanagement

Potenziale entwickeln — Potenziale bewegen

Wort des Monats Oktober 2019

Geduld

Bild zeigt feuchtes Gras als Symbol für Geduld.
Gras wächst auch nicht schneller, wenn man - ungeduldig - daran zieht ...

GEDULD … Dulden, Leiden, Ertragen, Ausdauer, Nachsicht

Abgeleitet vom Verb ‘dulden‘ bezieht sich das Wort auf das althochdeutsche ‘thulten‘ (8. Jh.) und somit auf ‘leiden‘, ‘ertragen‘, ‘zulassen‘. Erst im 17. Jh. kam es zu einer Bedeutungsveränderung im Sinne von ‘Nachsicht‘, ‘Toleranz‘ und ‘Ausdauer‘.

Gut möglich also, dass bei ‘Geduld‘ das ‘Erleiden‘ mitschwingt. Im Mittelalter galt Geduld als eine Tugend. Und heute? Das Gegenteil - Ungeduld - hat auch viele positive Aspekte, steht oft für die Fähigkeit, Dinge voranzutreiben, für Willenskraft. Vielleicht kommt hinzu, dass Schnelligkeit eine Tugend unserer Zeit zu sein scheint, und dass Ausdauer, Warten-Können in schnelllebigen Zeiten wie der unseren auch Nachteile haben können.

Was bedeutet es heute, geduldig sein zu können? Geduldiges Sein. Ich meine, das hat mit einer Opferhaltung im Sinne von ‘leiden‘ kaum etwas zu tun. Eher mit einer liebevollen Grundhaltung. Mit der Fähigkeit zu warten, möglicherweise. Oder der Bereitschaft, zumindest zeitweise mit unerfüllten Wünschen zu leben. Geduldige Menschen kennen Langmut, Gelassenheit vielleicht auch, Vertrauen.

Sich gedulden wird oft als Aufforderung an andere verwendet (‘Bitte gedulden Sie sich einen Moment…‘); und Sätze wie ‘Ich gedulde mich‘ oder ‘Ich übe mich in Geduld‘ brauchen ein gutes Maß an Entschleunigung und Bewusstheit.

Und all das wünsche ich uns für einen guten Oktober – ein gutes Maß, Nachsicht mit uns selbst, Langmut, und die Ungeduld an der richtigen Stelle auch.

Ihre Ulrike Jaeger

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